Die Pfarrkirche in Pintsch

Schutzpatron Heiliger Maximin

Die bereits im 8. Jahrhundert urkundlich erwähnte Pfarrei Pintsch gehört zu den ältesten Pfarreien in den luxemburgischen Ardennen. Es ist davon auszugehen, dass sie bis ins 8. Jahrhundert Teil der Diözese Trier oder Lüttich war.

Die Kirche von Pintsch ist die Mutterkirche der weitläufigen Pfarrei, die interessanterweise den Namen Kiischpelt trägt ‒ ein altgermanisches Wort für Kirchspiel, das zu Kiischpelt verballhornt wurde und eine Gruppe von Ortschaften bezeichnet. Die Pfarrei bestand bis 2017 und umfasste die Dörfer Pintsch, Enscheringen, Lellingen, Wilwerwiltz, Siebenaler und Drauffelt mit ihren jeweiligen Kirchen. Bis 1806 gehörten auch Merkholtz, Alscheid und bis 1807 ein Teil von Kautenbach nördlich der Flüsse Klerf und Wiltz dazu.

Der spätromanische Chorturm an der Ostseite, ein Überrest der zweiten Kirche an dieser Stelle, ist der älteste Teil der Kirche. Im Turm befand sich ursprünglich der Altarraum, heute ist hier die Sakristei untergebracht. Eine gotische Wandmalerei (ca. 13. Jh.) befindet sich in der nördlichen Fensternische des Turms. Auch die heute leider übermalten Fresken im Tonnengewölbe sind teilweise noch erhalten. Umgeben ist die Kirche vom ehemaligen Friedhof, auf dem noch viele alte Grabsteine aus Schiefer zu sehen sind.

Das Langhaus wurde 1738 nach einem Brand von Baumeister Andreas Schlotter aus Wiltz wieder aufgebaut. 1879 wurde es um zwei neue Fenster erweitert. Während der Ardennenoffensive erlitt die Kirche schwere Schäden, wurde aber nach Kriegsende unter der Leitung von Pfarrer Joseph Hurt rekonstruiert.
 
Unter der Leitung von Pfarrer René Jungels wurde 1981‒86 eine weitere umfangreiche Renovierung durchgeführt. Die Sakristei, der älteste Teil der Kirche, wurde 2002 vollständig restauriert. 

Prächtige Barockmöbel prägen den Innerraum. Der monumentale Hochaltar, die Seitenaltäre, die Kanzel, die Beichtstühle, die Kommunionbank, die Statuen, die Wandtäfelungen und der Sakristeischrank stammen aus der Werkstatt des bekannten altluxemburgischen Bildhauers Jean-Georges Scholtus (um 1680‒1754). Dieses einzigartige Ensemble wurde zwischen 1739 und 1744 eigens für diese Kirche angefertigt und verleiht dem Raum Festlichkeit und Wärme. Auch die Reliefdarstellungen der Taufe Jesu an der rechten Wandtäfelung und des leidenden Jesus (Ecce homo) am Zelebrationsaltar gehen auf Scholtus zurück.

In der Mittelnische des Hochaltars ist der heilige Maximin, zweiter Bischof von Trier und Patron der Kirche, dargestellt. Bemerkenswert sind ebenfalls die Statuen der heiligen Apollonia im rechten und die kunstvolle Muttergottes im linken Seitenaltar sowie die Bildwerke der Bischöfe Nikolaus (links) und Blasius (rechts) an der Stirnwand des Langhauses.
 
In der ehemaligen Taufkapelle unter der Empore steht eine Statue (spätes 19. Jh.) des römischen Märtyrers Donatus. Die Verehrung dieses Heiligen geht zurück auf eine Reliquie, die um 1748 aus dem Jesuitenkolleg in Bad Münstereifel nach Pintsch kam und seitdem in einem Reliquiar mit reicher barocker Ornamentik des Viandener Goldschmieds Franz Carl Felsenhart (ca. 1701‒1782) aufbewahrt wird. Seit dieser Zeit ist die Pfarrei dem Schutz des heiligen Donatus unterstellt.

Der Kirchenschatz enthält neben schönen Silberarbeiten aus der Barockzeit auch einen Renaissancekelch und eine wertvolle Monstranz aus der Spätrenaissance.
Die Orgel wurde 1899 von der Orgelmanufaktur Gebrüder Müller aus Reifferscheid gebaut und steht, wie die gesamte Kirche, unter Denkmalschutz. Sie verfügt über zwölf klangvolle Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal, und wurde 2005 von Orgelbauer Hugo Mayer aus Heusweiler grundlegend restauriert.

Das ursprüngliche Geläut, bestehend aus zwei Glocken von 1803, wurde 2003 von der Glockengießerei Hermann Schmitt und Söhne aus Brockscheid in der Eifel um vier weitere Glocken ergänzt.

Die Pfarrkirche in Pintsch

Alte Grabsteine unterhalt der Kirche

Der Hochaltar der Pintscher Kirche

Weitere Informationen
Quellen & Fotos

Jean-Claude Muller - Beiträge zur Geschichte des Kiischpelt (2011)
Jeunesse Pënsch- Pintsch im Wandel der Jahrhunderte (1986)
Naturpark Our - Photos

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5, op der Gare
L-9776 Wilwerwiltz
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